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Neu im Nuhr-Zentrum: Therapeutisches Klettern

 

Klettern ist in der Kindheit ein elementarer Baustein in der motorischen Entwicklung, mit dem der Weg zum aufrechten Gang spielerisch gemeistert wird. Kaum eine andere Therapie ermöglicht ein dermaßen konzentriertes und integriertes Training aller Muskelbereiche. Deshalb wird in der modernen Rehabilitation zur Rumpfmuskelkräftigung bei Muskelabschwächungen im Wirbelsäulenbereich, sowie als unterstützende Therapie in der Rehabilitation von Schultergürtel- und Beckengürtelmuskulatur, das therapeutische Klettern erfolgreich eingesetzt.


Beitrag auf ORF Niederösterreich über therapeutisches Klettern

 

 

Wie wirkt das therapeutische Klettern?

 

Therapeutisches Klettern erfordert die Aktivierung der spezifischen Ganzkörpermuskelketten durch deren effizienten Einsatz der Patient in der Lage ist, sich an der Kletterwand festzuhalten. Klettern stellt ebenso eine Belastungsform da, die koordinative und konditionelle aber auch mentale Qualitäten fordert und fördert. So beansprucht Klettern große Muskelgruppen, die Fähigkeit zur Raumorientierung und Balance, Koordinationsfähigkeit bei der abgestimmten Bewegung aller vier Extremitäten aber auch Mut, Willenskraft und psychischer Ausdauer. Das therapeutische Klettern hat seinen Ursprung im Bouldern (seilfreies Klettern in Absprunghöhe) wobei spezielle Haltegriffe diesen therapeutischen Anforderungen entsprechend verwendet werden.

 

Bei welchen Erkrankungen wird therapeutisches Klettern eingesetzt?

 

Das therapeutische Klettern ergänzt ideal das therapeutische Spektrum zur Behandlung von Patienten mit orthopädischen Problemen, wie Schulter-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenksverletzungen, sowie mit Störungen im Bewegungsapparat, mit Wirbelsäulenfehlhaltungen (Skoliosen im Kindes-,Jugend und Erwachsenenalter) und Gelenksfunktionsstörungen. Sehr gute Erfolge können auch bei Schlaganfallpatienten mit Halbseitenlähmungserscheinungen erzielt werden. Ebenso kommt diese Behandlungsform bei Koordinationsstörungen aufgrund cerebraler Schädigung, multipler Sklerose und Ataxie (gestörte Bewegungskoordination) im Sinne der Neurorehabilitation zum Einsatz. Chronische Schmerzpatienten, Patienten mit Gleichgewichtsstörungen werden ebenfalls behandelt. Insbesondere wird das therapeutische Klettern auch bei Kindern mit Bewegungsstörungen, Störungen der Feinmotorik, Wahrnehmungsstörungen, Lernproblemen, Sprach- und Sprechstörungen eingesetzt.

 

Grundsätzlich kann therapeutisches Klettern in allen Altersgruppen ausgeführt werden. Auch ältere Patienten erfahren bei konsequentem Training eine deutliche Kraftzunahme, sowie eine allgemeine Verbesserung der motorischen und psychischen Fähigkeiten. Dies spiegelt sich vor allem in einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination der Muskeln wider. Therapeutische Kletterwände sind bei uns 2,50 bis 3,20 m hoch.

 

 

       

 

 

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