
Elektrotherapie-Behandlungen mit nieder- und hochfrequenten Stromformen!
In der Elektrotherapie wird der gesamte Körper bzw. werden bestimmte Körperteile Gleich- oder Wechselströmen ausgesetzt.
Die Anwendung von elektrischen Strömen in der Behandlung von unterschiedlichen Schmerzsyndromen hat eine lange Tradition, die bis in die Zeit Kaiser Claudius‘ 46n. Chr. zurückreicht. Durch gezielte Dosierung und eine große Auswahl verschiedener Stromformen ist es möglich, die Elektrotherapie sowohl in der Schmerztherapie als auch zur Durchblutungsförderung und Muskelstimulation einzusetzen. Die Elektrotherapie wird in drei große Bereiche gegliedert, die niederfrequenten, die mittelfrequenten und die hochfrequenten Ströme.
Hochfrequenztherapie
Die hochfrequente Elektrotherapie wird in die Anwendungsformen Arsonvalisation, Diathermie und Kurzwellentherapie untergliedert. Bereits 1881 erzeugte Nikola Tesla erstmals hochfrequente Wechselströme mit hoher Spannung, deren positive Effekte kurz darauf vom französischen Physiologen J. D’Arsonval zur Therapie empfohlen wurden. Auf die Arsonvalisation beziehen sich elektrische Wechselströme, mit Frequenzen von 100 bis 1.000.000 Hertz, die keine Wärme produzieren. Die Arsonvalströme wurden vom Gründer MR Dr. Otto Nuhr weiterentwickelt und werden aufgrund des hohen technischen Aufwandes und des benötigten Knowhows nur in sehr wenigen spezialisierten Zentren angewendet.
Technische Details
Die Erzeugung der hohen Frequenzen erfolgt in elektrischen Schwingungskreisen, die aus einem elektrischen Energiespeicher, der Kapazität, einem elektromagnetischen Energiespeicher, der Induktivität und einem Schaltapparat und der Funkenstrecke bestehen. Die Spannung im primären elektrischen, gedämpften Schwingungskreis wird von 40.000 Volt durch einen Tesla-Transformator auf die Betriebsspannungvon 100.000 bis 300.000 Volt hochtransformiert.
Wirkung der Arsonvalisation
Die spezifischen Effekte der Arsonvalströme beschränken sich nicht nur auf Schmerzreduktion, sondern betreffen unterschiedlichste Funktionskomplexe des Organismus. In Studien konnte gezeigt werden, dass durch Arsonvalströme modifiziert nach Dr. Otto Nuhr nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch die Aktivierung und Ausscheidung der Stressshormonproduktion gefördert wird, welche sich wiederum positiv auf die Genesung und Reduktion der Schmerzintensität auswirkt. Im Nuhr Medical Center wird die Hochfrequenztherapie zur Behandlung von Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankungen sowie bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, aber auch bei arteriellen Durchblutungsstörungen oder bei Überarbeitung, Stresszuständen und Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt.
Mittelfrequente Wechselströme/Interferenzströme
Je nach Anwendungsform überwiegt die schmerzlindernde oder die stimulierende Wirkung mit Muskelkontraktion und anschließender Muskelentspannung. Dadurch wird die Durchblutung gesteigert, Schwellungen reduziert und die Muskulatur gelockert.
Die Niederfrequenztherapie
Ist eine Strombehandlung von geringer Stärke mit einer Frequenz unter 1.000Hertz. Die Behandlung fördert lokal die Durchblutung und den Muskelaufbau, wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Vor allem bei geschwächter und teilgelähmter Muskulatur kann so die Funktion des Muskels erhalten und die Schwächung vermindert werden.
Wann wird die Elektrotherapieangewendet?
Der Anwendungsbereich ist aufgrund der vielfältigen Wirkung des elektrischen Stroms sehr groß. Die Elektrotherapie wird eingesetzt zur
- Förderung der Durchblutung
- Anregung der Muskelaktivität
- Beeinflussung der Nerven und der Schmerzleitung (Schmerzlinderung)
- Erwärmung der Haut und von tiefergelegenem Gewebe
- Anregung von Stoffwechselprozessen und Stärkung der Körperabwehr.
Bei folgenden Erkrankungen bzw. Störungen ist eine Behandlung mit elektrischem Strom hilfreich und unterstützend:
- Schmerzsyndrome am Bewegungsapparat
- Muskelverspannungen und Muskelzerrungen
- Muskelschwächen und Muskellähmungen nach Unfällen
- Muskelschwächen nach operativen Eingriffen (z. B. Kniegelenkspiegelung)
- Muskelschwäche nach längerer Inaktivität (z. B. bei Bettlägerigkeit)
- Muskelschwächen und Muskellähmungen durch neurologische Erkrankungen (begleitende Therapie)
- Inkontinenz bei Schwäche oder Lähmung der Beckenboden- bzw. Blasenmuskulatur
Weitere Behandlungen aus dem Bereich der Elektrotherapie:
- Schwellstrom ist ein mittelfrequenter Strom, der die Skelettmuskulatur zur gezielten und dosierten Anspannung bringt und somit nicht nur Muskelschwund verhindert, sondern den Muskelaufbau fördert. Seit Neuem sind metallverträgliche Niederfrequenztherapiegeräte in Verwendung. Man kann also gefahrlos auch Implantate, wie künstliche Gelenke, mitbestimmten Stromformen behandeln.
- Exponentialstrom: eine niederfrequente gezielte Stimulation von Muskelfasern, die nicht mehr von Nerven versorgt werden. Beide Stromarten können bei neuromuskulären Erkrankungen sinnvoll sein, um Muskulatur anzusprechen, die Durchblutung zu verbessern, dem Patienten das Bewegungsgefühl wiederzugeben.
- Galvanische Ströme: Bei den Behandlungen mit schwachem Gleichstrom unterscheidet man zwischen einfacher Galvanisation (ohne Einsatz von Medikamenten) und Iontophorese. Bei der Galvanisation ohne Medikamente tritt im Bereich der Anode eine dämpfende, schmerzlindernde Wirkung auf, die Zelle wird schwerer erregbar und die Reizweiterleitung nimmt ab.Im Bereich der Kathode tritt eine anregende,schmerzfördernde Wirkung auf, da die Zelle leichter erregbar ist und die Reizweiterleitung zunimmt. Die Veränderung des Ionenmilieus im Körper bewirkt eine verstärkte Durchblutung im gesamten Behandlungsbereich.
- Iontophorese: Die Iontophorese, eine Sonderform der Gleichstrombehandlung, wird dazu genützt, um auf Basis der Ionenbewegung Medikamente in den Körper zu transportieren. Die Wirkung des galvanischen Stroms wird somit noch pharmakologisch verstärkt.
- Stangerbad: ein hydroelektrisches Vollbad in einer Spezialbadewanne aus Kunststoff mit Grafitelektroden, die einen schwachen Gleichstrom durch den Körper leiten. Dem Wasser können Medikamente zugesetzt werden. Erwärmung, Auftrieb des Körpers im Wasser und nicht zuletzt die Aufnahme der Medikamente (Resorption) über die Haut verbessern die Durchblutung der Haut und der tiefer liegenden Muskeln und steigernden Stoffwechsel. Eingesetzt wird es bei Muskelverspannungen, Kreuzschmerzen, Schulter-, Arm- und Beinbeschwerden, Ischias, Arthrose und anderen rheumatischen Erkrankungen.
- Zellenbad: eine spezielle Anwendungsform der Galvanisation, bei der der elektrische Strom durch das Wasser fließt, in dem sich die Hände und/oder Füße befinden. Empfohlen wird es bei Gelenkschmerzen in den Händen und Füßen, bei ausstrahlenden Schmerzen in die Arme oder Beine, bei Gefühlsstörungen in den Füßen.
- Reizstrom oder Impulsstrom: Niederfrequente Impulse (Stromstöße) bestimmter Intensität, Impulsdauer, Anstiegszeit und Frequenz können Muskeln entweder indirekt über die motorischen Nervenfasern oder direkt reizen. Ebenso werden Nerven und andere erregbare Strukturen gereizt.
- TENS: eine vielfach angewendete Therapieform in der Behandlung vonchronischen Schmerzsyndromen. Beim konventionellen Verfahren werden dabei niedrige Intensitäten und höhere Frequenzen (um 100 Hz) benutzt, während die akupunkturähnliche Form hohe Intensitäten und niedrige Frequenzen (2– 8 Hz) verwendet. Die Elektroden werden meist über dem Schmerzareal angelegt.
Elektrotherapie
Hydrotherapie
Thermotherapie
Sauerstofftherapie
Heilgymnastik
Mechanotherapie
Komplementärmedizin
Downloads
Broschüre Deutsch [ PDF 3,2 MB]
Broschüre Englisch [ PDF 3,2 MB]
Broschüre Niederländisch [ PDF 3,2 MB]
